Epigenetik? - Krebs: Neue Medikamente - Epigenome NOE

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Ein Modell des Histon-Deacetylase (HDAC) Enzyms, das Ziel einer neuen Medikamentensparte
Kurz gefasst

Krebs: Neue Medikamente

Von Dr. Lindsey Goff (Queen Mary Universität London, Krebsinstitut) :: August 2006

Übersetzung: Dörthe Nickel

Krebs ist nicht einfach eine Krankheit mit einer Ursache. Es gibt Milliarden Zellen in unserem Körper, in jeder einzelnen findet eine Vielzahl von gezielt gesteuerten biochemischen Vorgängen statt. Diese Steuerung kann an zahlreichen Punkten zusammenbrechen und Krebs erzeugen. Das entscheidende Merkmal ist stets ungezügeltes Wachstum ohne Rücksicht auf die Umgebung oder benachbarte Zellen, ein bösartiges Verhalten, das den Wirt zerstört, und, wenn es nicht aufgehalten wird, tödliche Folgen haben kann. Je mehr wir von der Fehlentwickelung normaler Zellen verstehen, umso mehr potenzielle therapeutische Ziele können zur weiteren Erforschung aufgedeckt werden. So hat zum Beispiel die Entdeckung des defekten Her2-Gens, das bei 25% der Brustkrebspatientinnen das Tumorwachstum ankurbelt, direkt zu einer Anti-Her2 Therapie geführt, die das Leben vieler verlängert. Dafür haben wir der Genomforschung zu danken. Die Jagd nach Therapien erforscht jetzt unser Epigenom, den Intendant der Genomaktivität und erweitert den Horizont für Arzneimittel gegen Krebs.

Das Epigenom steuert, welche Abschnitte unserer DNA aktiv sind. Unser Genom wickelt sich um Histone, zelluläre Spulen, die von Enzymen mit Molekülen wie Acetyl und Methyl markiert werden. Die Markierungen und Wicklungen legen fest, welche Gene (DNA-Abschnitte) eingeschaltet sind und welche nicht. Die richtige Regelung der Gene hält die Zellen in Ordnung, aber ein Agieren außerhalb der Norm verursacht ein unsoziales Verhalten der Zellen. Veränderungen im Verhalten zweier epigenetischer Enzyme, Histon Acetyl Tranferase (HAT) und Histon Deacetylase (HDAC) scheinen bei vielen Krebsarten eine Rolle zu spielen, indem sie die falschen Gene einschalten. Es hat sich als nützliche Anti-Krebs-Strategie erwiesen, die Balance zwischen HDAC und HAT wieder herzustellen und hat zu einer HDAC Inhibitoren (HDACI) genannten Medikamentenfamilie geführt, die zurzeit das Wettrennen zum Krankenbett anführt.

HDACIs können Blutkrebsarten, wie Leukämie und Lymphome, und viele feste Tumore, z.B. in der Prostata, im Darm und in den Nieren, zum Schrumpfen bringen. Ein HDACI mit dem Namen SAHA befindet sich bereits in der dritten Phase der klinischen Erprobung. Das bedeutet, dass es an menschlichen Patienten getestet wird, aber noch weitere Testreihen benötigt werden, um es zur Standardkrebsbehandlung zu machen. Jede Zelle, ob gesund oder Krebszelle, nützt HDACs, aber glücklicherweise ist es wahrscheinlicher, dass Krebszellen von ihren Inhibitoren getötet werden als normale Zellen. Manche Krebsarten reagieren besser auf HDACIs, deshalb wurden die Medikamente auf bestimmte Tumortypen ausgerichtet.

Krebszellen sind Meister der Tarnung. Obwohl sie von ihrem Wirt offensichtlich unerwünscht sind, werden sie meist aufgrund ihrer unordentlichen, aber raffinierten Anordnung der Genexpression nicht erkannt.
Ein Verständnis des Epigenoms wird neue und aufregende Wege bringen, Krebsarten aufzudecken und unser Immunsystem beim Zurückschlagen zu unterstützen. Forschung an HDACIs zeigt, dass diese Medikamente Immungene (genannt MHC) einschalten können, die dem Körper helfen, fremde oder unerwünschte Eindringlinge zu erkennen. Der Fokus wird jetzt auf dem Feinschliff der spezifischen Wirksamkeit der Medikamente und darauf liegen, die Patienten mit den bestreagierenden Tumoren zu finden. Viele Anti-Krebsmittel werden für ein optimales Ergebnis in Kombination angewendet, vielleicht werden auch die HDACs so ihr größtes Potenzial umsetzen. Jedenfalls wächst das Arsenal an Anti-Krebstherapien immer weiter.
 

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