Epigenetik? - Zwillingsprofile - Epigenome NOE

Öffentliches Wissenschaftsportal. Epigenom-Exzellenznetzwerk veröffentlicht: einem europäischen Forschungsnetzwerk, das sich der Unterstützung hochkarätiger Forschung auf dem schnell expandierenden Gebiet der Epigenetik widmet

Wählen Sie eine Sprache >
Jason (links) und Gavin (rechts) im Alter von 29 Jahren.
Kurz gefasst

Zwillingsprofile

Brona McVittie berichtet :: Juni 2006
Übersetzung:
Tanja Wohlgemut und Susanne Weber

„Zu bestimmten Zeiten im Laufe ihres Lebens wollten sie unbedingt als Einheit wahrgenommen werden; dann wiederum war es ihnen wichtig, dass die Leute ihre Unterschiede anerkennen und sie als Individuen respektieren“, sagt Jimmy über seine Freunde Gavin und Jason. Gavin und Jason sind eineiige Zwillinge. Der eine ist buchstäblich ein Klon des anderen. Ihre Ähnlichkeit ist nicht zu bestreiten, aber als ich sie das erste Mal traf, fand ich, dass sie als Menschen ziemlich unterschiedlich sind. Wenn ich sie einige Jahre früher kennen gelernt hätte, hätte ich sie wahrscheinlich kaum unterscheiden können.

Eineiige Zwillinge kommen mit einer Häufigkeit von 1 pro 250 Geburten weltweit vor. Aus bisher noch unbekannten Gründen kann sich eine befruchtete Eizelle selbst klonen und separate Embryos hervorbringen. Beide beginnen und beenden ihr Leben mit der gleichen genetischen Ausstattung, aber während sie aufwachsen und sich entwickeln, machen sie unterschiedliche Erfahrungen mit ihrer Umgebung, von denen einige ihr Aussehen und ihr Verhalten verändern können.

Gavin und Jason haben genau die gleiche DNA. Sollte einer von ihnen ein Verbrechen begehen und unwissentlich Beweismaterial für die forensische Analyse hinterlassen , wäre es unmöglich, anhand des DNA-Fingerabdrucks festzustellen, welcher von beiden der Bösewicht ist. Eine genauere Untersuchung ihrer Moleküle könnte jedoch bedeutende Unterschiede ans Licht bringen. Obwohl die Burschen die gleichen Gene haben, deuten neuere Belege darauf hin, dass einige Gene nur bei einem Zwilling aktiv sein könnten – sie könnten genetisch identisch, epigenetisch aber unterschiedlich sein.

Solche Unterschiede sind auf molekularer Ebene an der Art und Weise erkennbar, wie die Chromosomen innerhalb des Zellkerns jeder einzelnen Zelle angeordnet sind. Um winzige Proteinkugeln gewickelt kann die gleiche DNA unterschiedliche Auswirkungen für eine Zelle haben. Sowohl die Kugeln, als auch der Strang nehmen je nach biochemischer Variante komplexe 3D-Strukturen an. Eine Vielzahl kleiner Moleküle kann sich auf die Infrastruktur des Zellkerns auswirken, indem sie sich an die DNA und assoziierte Histonproteine anlagert. Solche Varianten werden durch die Umgebung und insbesondere unsere Ernährung beeinflusst.

Die biochemische Feineinstellung des Genoms bestimmt, welche Gene angeschaltet werden, sodass Zwillinge nicht unbedingt das gleiche Schicksal haben müssen. Neuere Forschungen an eineiigen Zwillingen haben gezeigt, dass ihre DNA durch ein winziges Molekül namens Methyl auf unterschiedliche Weise markiert wird. Daher ist es nicht ganz richtig zu behaupten, sie seien identisch. Auch sind solche Unterschiede bei älteren Zwillingen viel ausgeprägter als bei jungen.

Dies facht die uralte Debatte von neuem an, inwieweit die Umgebung unser Schicksal im Verhältnis zu unseren Gene beeinflusst. Obwohl die Ähnlichkeiten zwischen eineiigen Zwillingen auffälliger sind als ihre Unterschiede, könnten die Abweichungen uns neue Wege zur Erforschung von Krankheiten eröffnen. Obwohl zum Beispiel sowohl Gavin, als auch Jason ein hohes Risiko für Typ II Diabetes haben, wurde Jason kürzlich mit ernsten Bauchspeicheldrüsenproblemen ins Krankenhaus eingeliefert und musste sich danach eine Zeit lang Insulin spritzen. Die Ärzte waren nicht in der Lage, eine genaue Diagnose zu stellen. Hätten sie bessere Diagnosegeräte zur Verfügung gehabt, wie sie zum Beispiel die Fortschritte der epigenetischen Forschung ermöglichen, hätten sie vielleicht ein Profil der Zwillinge erstellen und erkennen können, ob DNA-Methylierungsmuster beteiligt waren.

Viele Krankheiten haben eine bekannte genetische Komponente, können aber durch die Epigenetik modifiziert werden. Epigenetische Faktoren wie die DNA-Methylierung sind wesentlich praktikablere Ansatzpunkte für Behandlungen, denn die Art und Weise, wie DNA methyliert wird, lässt sich viel leichter ändern als die zugrunde liegende DNA-Sequenz.
 

nike free run nike air max nike air max tn ralph lauren pas cher dolce & gabbana lacoste outlet nike free sko nike free 3.0 ralph lauren polo Nike TN Pas Cher