Die Wirkung von Alkohol auf den Folsäurespiegel wurde 1973 von Edward Eichner und Robert Hillman geschickt in einigen Experimenten demonstriert, für die sich manche unter uns sicher gern freiwillig gemeldet hätten. Den Testpersonen wurde Alkohol zum Trinken gegeben oder per intravenöse Injektion verabreicht und die Forscher maßen den Folsäurespiegel im Blut.

Im Originalforschungsartikel heißt es: „Testpersonen, die eine orale Alkoholgabe erhielten, nahmen, so lange sie wach waren,  alle zwei Stunden eine Unze (28g) medizinischen Alkohols zu sich, zu einem täglichen Äquivalent eines halben Liters Whiskey“. Es geht aus dem Artikel nicht hervor, ob das mit Eis und Zitronenscheibe serviert wurde, aber ich habe da meine Zweifel… aber egal, die Forscher fanden heraus, dass die Folsäurespiegel im Blut nach stundenlangem Trinken fielen, obwohl kurze Alkoholgelage keinen solchen Abfall verursachten (Puh!).   

Also, was ist hier die große Sache? Wie beeinflusst eine Delle im Folsäurespiegel unsere Gesundheit? Nun, zu allererst wissen wir, dass exzessiver Alkoholkonsum das Risiko für einige Krebsarten erhöhen kann, z.B. Darm- und Brustkrebs. Es ist wahrscheinlich, dass eine fehlerhafte DNA-Methylierung (in Folge eines Mangels an Folsäure oder Methyl-THF) eine Rolle spielt. Wissenschaftler haben gezeigt, dass Krebszellen generell einen niedrigeren Methylierungsgrad über ihre gesamte DNA hinweg aufweisen, was nahe legt, dass viele unerwünschte Gene eingeschaltet und so die Zellen zur Vermehrung anregt werden könnten.

Krebszellen haben jedoch auch eine erhöhte Zahl an Methylation–Hot-Spots an bestimmten, wichtigen Krebsschutz-Genen, die so ausgeschaltet und damit von ihrer Aufgabe abgehalten werden. Für beide dieser Effekte wurden niedrige Folsäurespiegel verantwortlich gemacht, die allgemein die normalen Methylierungsmuster in der Zelle durcheinander bringen. Aber wie sieht die Beweislage aus?