Zurzeit gibt es keine schnellen Lösungen. Im Fall von zum Beispiel Alzheimer sind die am Markt befindlichen Medikamente weniger als zufrieden stellend. Von den fünf meistverschriebenen Medikamenten können sich die Patienten höchsten eine etwas höhere Lebenserwartung versprechen. Diese Mittel verbessern die Funktion der verbleibenden Neuronen innerhalb ihrer Schaltkreise: Vier der fünf erhältlichen Wirkstoffe verlangsamen den Abbau des Gehirnbotenstoffs Acetylcholin. Acetylcholin lässt unsere Körper normal funktionieren, stellt über unsere Sinne die Verbindung zu der Welt um uns herum her. Es steuert auch unsere willkürlichen Bewegungen. Das fünfte Medikament blockiert einen Gehirnsignalrezeptor namens NMDA, der die Signale des Botenstoffs Glutaminsäure empfängt, der bei Lernen und Erinnerungsvermögen eine Rolle spielt. Und, was klinische Studien anbelangt, wurde vor kurzem berichtet, dass sich Rember, ein die Tau-Proteinschlingen im Gehirn auflösendes Medikament, beim Stoppen des kognitiven Verfalls als sehr erfolgversprechend erwiesen hat. Es wird jedoch wahrscheinlich weitere fünf Jahre dauern, bis es zum Gebrauch freigegeben wird.

Es gibt tatsächlich Anhaltspunkte, dass die Einnahme von gutem alten Aspirin oder Ibuprofen dadurch helfen könnte, dass die Entzündung von Neuronen eingedämmt wird. Entzündungen können Zellen dysfunktionell oder sogar tumorhaft machen. Aufgrund des erhöhten Risikos für Magenblutungen und Geschwürbildungen ist es jedoch nicht ratsam, diese Medikamente dauerhaft einzunehmen.