Mit der Erkenntnis, wie Erziehung oder so genannte kognitive Stimulierung die Verkümmerung des Gehirns verlangsamt,  geben die Studien Tsais und seiner Forschungsgruppe Hoffnung für eine medikamentöse Therapie, die den Prozess unterstützen könnte.  Sie stellten fest, dass die an der Alzheimer Krankheit beteiligten epigenetischen Prozesse durch eine chemische Substanz namens Sodium Butyrat unterbrochen und rückgängig gemacht werden können. Dieser Wirkstoff blockiert das Enzym, das die Acetylgruppen von den Histonproteinen des Chromatins entfernt und führt so zu einer gesteigerten Histonacetylierung. Die Ergebnisse der Gabe von Sodium Butyrat zeigten eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und Gedächtnisleistung bei Alzheimer Mäusen und war ähnlich effektiv wie Mäuse unter Lebensraum- und verhaltensangereicherten Bedingungen aufzuziehen. Noch bessere Resultate konnten mit einer Kombination von Lebensraumanreicherung und Sodium Butyrat erzielt werden.

Paradoxerweise diskutieren die neuesten Artikel der Gruppe um Tsai die positiven Effekte einer Verstärkung dieser die Acetylgruppen entfernenden Enzyme. In der Theorie würde dies die Histonacetylierung verringern. Es gibt jedoch drei unterschiedliche Klassen von Enzymen (der jeder mehrere Arten angehören), die diese Ausgaben ausführen, und Sodium Butyrat blockiert nur zwei davon. Das Enzym SirT1 gehört zur dritten Klasse, und eine Stimulation seiner Produktion verbessert die kognitiven Fähigkeiten von Alzheimermäusen. Dieses Enzym wird beim Hungern oder unter anderen stressvollen Bedingungen angeregt und aktiviert anscheinend biochemische Wege, die die den Alterungsprozess verzögern. Zurzeit verstehen wir allerdings die Wirkungsweise noch nicht genau. Ein verkomplizierender Faktor ist, dass SirT1 nicht nur auf die Histone, sondern auch auf andere Proteine einwirkt, wie zum Beispiel p53, das „Schutzengel“-Protein, das das Leben einer Zelle reguliert und sie davon abhält, karzinös zu werden. Aus diesem Grund wissen wir nicht, ob die förderliche Wirkung wegen einer Verringerung der Histonacetylierung oder einer noch unbekannten Ursache auftritt.  Was auch immer der Mechanismus ist, die Ergebnisse sind viel versprechend. Viele natürliche Nahrungsmittel enthalten ein SirT1 verstärkendes Molekül namens Resveratrol, dazu gehören rote Trauben, Preiselbeeren und Japanischer Staudenknöterich. Dieses Molekül wird zurzeit von Pharmafirmen als potenzielles zukünftiges Medikament  gegen Alzheimer erforscht.